Beobachtungstipp im Febraur 2007

Der Mond wird in den nächsten Wochen im Blickfeld vieler Hobbysterngucker stehen. Zwei astronomische Ereignisse, die in kurzer Folge stattfinden, werden die astronomische Gemeinde in Regsamkeit halten. Das erste Ereignis findet in den Morgenstunden des 2. März 2007 statt. Pünktlich um 3:34 Uhr mitteleuropäischer Zeit bedeckt der Mond den Ringplaneten Saturn. Um 3:34:08 berührt die Nordkalotte des Gasriesen die Südseite des Mondes. Der Mond ist an der Eintrittsstelle unbeleuchtet. Ganze 16 Sekunden später verschwindet der Ring hinter dem Mond. Um 3:35:12 Uhr ist nur noch die Südkalotte des Planeten zu sehen. Um 3:37:13 Sekunden nähert sich noch der größte Mond des Saturn, der Titan, dem Mondrand. Auch wenn der Mond im Teleskop fast wie ein punkförmiges Objekt erscheint, so hat er doch eine Ausdehnung von 0,85 Bogensekunden. Und im Gegensatz zu Sternbedeckungen, erlischt das Licht nicht schlagartig, sondern der Saturnmond verschwindet langsam in etwas über einer Sekunde hinter unserem Mond. Der Erdmond gewinnt das Duell der Giganten. Titan ist mit einem Durchmesser von 5.150km etwas größer als unser Mond. Doch die große Entfernung von 1,2 Milliarden Kilometer macht ihn zu einem kleinen Scheibchen, dass über 2.000x kleiner erscheint, als der Erdmond.

Der Mond im Duett mit Planet Saturn
Der Mond im Duett mit Ringplanet Saturn, 2. Februar 2007, 0:42 MEZ, Mond: 1/320 Sekunde, Saturn: 1/30 Sekunde, 100/2000mm Refraktor, Canon EOS 20D, 800 ASA, Günther Strauch

Nun ist nur noch Japetus, der kleine lichtschwache Mond des Saturn zu sehen. Mit einer Helligkeit von 12 Mag. ist er allerdings nur in größeren Teleskopen zu erkennen. Japetus verschwindet um 3:42:10 Uhr hinter dem Mond. Um 4:05:13 Uhr kündigt das Erscheinen des 12,7 Mag. hellen Mondes Mimas die Rückkehr des "Herrn der Ringe" an. Gute 15 Sekunden später erscheint das Ringsystem hinter der hellen Seite des Mondes. Um 4:08:06 Uhr hat sich der Mond komplett vom Saturnsystem fortgeschoben. Um 4:11:22 Uhr ist dann auch Titan wieder zu sehen. Die Bedeckung eines Planeten durch den Mond ist ein seltenes Ereignis. Zwar findet am 22. Mai 2007 eine weitere Saturnbedeckung statt. Jedoch ist diese noch am Taghimmel vor Sonnenuntergang zu beobachten.

Ein weiteres Ereignis findet in der Nacht vom 3. auf den 4. März 2007 statt. Der volle Mond taucht um 22:31 Uhr in den Schatten der Erde, genauer gesagt in den Kernschatten der Erde. Experten unter uns wissen, was das bedeutet. Wir können eine totale Mondfinsternis beobachten und das auch noch zur besten Zeit. Um 23:44 Uhr, wenn der Mond schön hoch am Himmel steht, befindet sich der komplette Mond im Schatten der Erde. Es dauert eine Weile bis der Mond den Schatten wieder verlässt. Erst um 1:01 Uhr ist es dann soweit. Um 2:13 Uhr erstrahlt der Mond fast wieder im vollen Licht. Er zieht dabei an dem 5 Mag. hellen Stern "59 Leo" vorbei. Noch befindet sich der Mond aber im Halbschatten der Erde. Um 3:25 Uhr ist es dann soweit und der Mond erscheint so, als wäre nichts passiert. Die nächste Mondfinsternis, die von Mitteleuropa aus zu sehen ist, findet am 21. Februar gegen 3:00 Uhr statt. Ein Termin, der für Berufstätige nicht so angenehm ist, wie die Mondfinsternis an einem Samstagabend.

Totale Mondfinsternis
Der kupferrote Schein des Mondes bei einer totalen Mondfinsternis

Was ist sonst noch so im Februar los? In der Nacht vom 23. auf den 24. Februar bedeckt der Mond noch mal einige Plejadensterne (Siebengestirn). Von 23:40 Uhr bis 1:20 Uhr überstreicht der Erdbegleiter den offenen Sternhaufen im nördlichen Bereich. Dabei werden sechs hellere Plejadensterne bedeckt.

Wichtige Anlaufstelle der nächtlichen Beobachtungsstreifzüge wird natürlich der Planet Saturn sein. Der Ringplanet steht am 10. Februar in Opposition zur Sonne und ist die ganze Nacht gut zu beobachten. Der Planet, der sich zwischen den Sternbildern Krebs und Löwe aufhält, kann in diesem Jahr noch mal eine beachtliche Höhe erreichen. In den nächsten Jahren verliert der Saturn dann an Deklination und wird erst ab dem Jahr 2018 wieder die Ekliptik hinaufklettern. Ab dem Jahr 2025 wird es dann wieder interessant, wenn der Planet in das Sternbild Fische eintritt und allmählich wieder an Höhe gewinnt - as time goes by...

Clear Skies,
Christian Overhaus

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