Beobachtungstipp im August 2009

Der August gilt ja als der klassische Sternschnuppenmonat schlechthin. Das Zusammenkommen der schönen warmen Sommernächte, verbunden mit immer früherer Dunkelheit und den reichen Meteorstrom der Perseiden, machen diese Abende und Nächte ideal für die Sternschnuppenbeobachtung. Besonders in der Nacht vom 12. auf den 13. August, wenn der Perseidenstrom seinen Höhepunkt erreicht, können bis zu drei Sternschnuppen pro Minute gesichtet werden. Vorausgesetzt man hat alles im Blick!

Eine Sternschnuppe ganz anderer Art konnte man vor einigen Wochen auf dem Planeten Jupiter beobachten. Vermutlich war es ein Asteroid der Hundertmeterklasse, der als Feuerball auf den Riesenplaneten des Sonnensystems niederging. Ende Juli entdeckte ein australischer Astronom einen dunklen Fleck auf der Südhalbkugel nahe des Pols, der in Erscheinung den Einschlagsnarben des Shoemaker-Levy–Kometen im Jahr 1994 sehr ähnelte. Der Komet Shoemaker-Levy 9 zerbrach in 21 Fragmente, die im August 1994 vor den Augen der Astronomen auf den Gasplaneten stürzten. Die Impaktforschung gewann damals wichtige Erkenntnisse über den Einschlag von Himmelskörpern. Erstaunt war man über die außerordentlichen Auswirkungen auf den Planeten und die Langlebigkeit der Impaktspuren.

Es ist deshalb kaum verwunderlich, dass die Entdeckung des australischen Amateurs nicht nur bei Hobbysternguckern auf Interesse stieß. Auch die Profi-Astronomen richteten ihre großen Geräte auf Jupiter, unter anderem das Keck-Teleskop auf Hawaii. Im infraroten Licht konnte man deutlich die Spuren des Impaktes identifizieren. Die Impaktnarbe umfasst ein Gebiet von ca. 200 Mio. Quadratkilometern, was in etwa der Größe des Pazifiks entspricht. Zudem gibt es Hinweise, dass der Impaktor vor dem Einschlag in mehrere Fragmente zerbrach. Der Einschlag selbst ist eine Überraschung. Im Vergleich zum Shoemaker-Levy-Impakt war der Einschlagskörper nicht bekannt und wurde auch nicht gesichtet.

Mittlerweile werden die Einschlagspuren durch die schnelle Rotation des Planeten in die Länge gezogen und lösen sich dabei langsam auf. Den großen Fortschritten der Amateurastronomie verdanken wir dabei die hervorragende Dokumentation des Impaktes und dessen Entwicklung. Im Jahre 1994 war das Internet noch nicht die Plattform Nummer 1 für die Amateurastronomie. Auch die Fotographie mit digitalen Kameras war kaum verbreitet. Vor diesem Hintergrund ist es auch interessant zu beobachten, welche Entwicklung unser Hobby in den letzten 15 Jahren erlebte. Und welche Möglichkeiten diese bieten. Man muss nur hin und wieder ein seltenes Ereignis, wie einen Einschlag auf den Jupiter mehrmals erleben.

Jupiter steht übrigens am 14. August 2009 in Opposition und ist die ganze Nacht über zu beobachten. Es macht auch noch Sinn nach der Impaktspur nahe des Südpols Ausschau zu halten. Ansonsten sind die Wolkenbänder und der Große Rote Fleck ja schon eine Reise wert...

Clear Skies,
Christian Overhaus

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