Beobachtungstipp im November 2009

"Alles Gute kommt von oben." Dieser Spruch trifft beim Wetter und auch bei Nachrichten aus der Chefetage nicht immer zu. Der Sternenhimmel scheint da eine Ausnahme zu sein.

Nur selten sorgt heute noch ein astronomisches Ereignis für Furcht und Schrecken. So wie am Dienstag den 13. Oktober 2009 gegen 18:56 Uhr als ein heller Feuerball den Himmel über Norddeutschland erhellte. Viele Augenzeugen und sogar Fotozeugen konnten den Feuerball zu dieser günstigen Zeit beobachten. Nicht selten dachten die Zeugen, der Meteor wäre in direkter Nachbarschaft niedergegangen. So ist es kein Wunder, wenn die Medien zunächst von einem Meteorschauer sprachen. Dennoch war es wohl nur ein Ereignis, dass wegen der großen Höhe von über 70km weitläufig gesehen werden konnte. Die Auswertung der Augenzeugenberichte deuten darauf hin, dass der Meteorit irgendwo auf dem Grund der Nordsee liegen wird. Es kommt aber durchaus vor, dass Meteorite gefunden werden. Der Meteorit von Neuschwanstein zum Beispiel konnte mit Hilfe von Meteorkameras und Augenzeugen gefunden werden, die den Feuerball am 6. April 2002 gegen 22:24 Uhr über Bayern registrierten. Das Einschlaggebiet konnte damals auf einen Quadratkilometer genau bestimmt werden.

Zur Zeit findet man im Borkener Vennehof die Meteoritenausstellung der Sternwarte Laupheim. Mit dabei ist auch ein Gipsmodell des Meteoriten von Neuschwanstein. Ebenfalls als Modell ist dort der "Peekshill"-Meteorit zu finden, der vor einigen Jahren über Nordamerika gesichtet wurde und dort ein Auto im Staat New York beschädigte. Dieses Ereignis erregte Aufsehen, da der Feuerball zufällig während eines Footballmatches gefilmt wurde. Ob der Kameramann einen Home Run verpasste, weiß ich nicht (oder werfe ich da etwas durcheinander?).

Neben den Modellen zeigt die Ausstellung auch einige echte Meteorite, wie den Meteoriten, der als Meteorschauer im Jahre 1947 im "Sikhote Alin"-Gebirge in Sibirien niederging. Insgesamt sind dort 22t Material in Form eines Eisenmeteoriten abgestürzt. Auch der berühmte "Allende"-Meteorit, der im Jahr 1969 über Mexico niederging ist ausgestellt. Etwa 2t Gestein regneten damals vom Himmel. Dieser Meteorit gehört zu der Klasse der Kohlenchondrite und besteht aus dem Material, das nach der Kometenmaterie zu den ältesten Steinen des Sonnensystems gehören. "Allende" ist einer der meistuntersuchten Meteorite. Man findet in ihm sogar Mikrodiamanten, die bei einer Supernovaexplosion entstanden sein müssten. Vielleicht sogar von der Supernovaexplosion, die die Entstehung unserer Sonne anstieß. Man kann von den Schwarzen Steinen, die vom Himmel fallen also viel über das Sonnensystem lernen. Deshalb sind sie sehr begehrte Objekte.

Nicht so selten wie der Niedergang eines Meteoriten sind Sternschnuppen oder Meteore. Neben dem August gilt auch der November als Sternschnuppenmonat. Besonders populär sind die Leonidenmeteore, die ihre höchste Aktivität zwischen dem 16. November und dem 20. November zeigen und dann am Besten zu beobachten sind. Das diesjährige Maximum wird am 18. November 2009 gegen 16:00 Uhr erwartet. Doch auch am Abend des 17. November wird eine erhöhte Meteoraktivität erwartet (20 bis 100 Sternschnuppen pro Stunde!).

Die langsamen Meteore der Tauriden sind ebenfalls aktiv. Zwischen dem 5. und 12. November erreicht der Stromkomplex erhöhte Raten um ca. 5 Meteore je Stunde. Am 15. November beginnen die a-Monocerotiden ihren kleinen Aktivitätszeitraum. Der zunehmende Mond ermöglicht noch relativ gute Bedingungen. Das Maximum tritt am 21. November ein, der Radiant erreicht ab 23:00 Uhr eine geeignete Höhe über dem Horizont. Eine kurzzeitig höhere ZHR von bis zu 400, wie sie letztmalig 1995 beobachtet wurde, könnte durchaus möglich sein.

Ob Besuch der Meteoritenausstellung oder Sternschnuppenbeobachtung unter freiem Himmel, der Monat November bietet einiges für den Beobachter ohne Teleskop. Ob nur Gutes vom Himmel kommt, werden die Apokalyptiker unter den Astronomen verneinen. Immerhin gibt es auch große Körper, die die Erde treffen könnten. Besondere Gefahr geht im Moment von einem Kleinplaneten aus der Apophis genannt wurde. Dieser Himmelskörper kommt der Erde am 13. April 2029 bedrohlich nahe. Ausgerechnet an einem Freitag...

Clear Skies und viel Glück,
Christian Overhaus

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