Jahresrückblick 2010

Was haben wir im letzten Jahr eigentlich alles gemacht und erlebt? In der Regel blättere ich mal in den Rundbriefen herum und versuche Erinnerungen zu wecken. Der besonders strenge Winter zu Beginn des Jahres lud nicht gerade zum Sternegucken ein. Somit war die Generalversammlung im Januar schon der Höhepunkt des Monats. Der Mars stand dann im Februar im Fokus der Sternfreunde. Günthers Entdeckung eines Staubsturms am Marsnordpol schaffte es bis in das VDS-Journal.

Der auf der Generalversammlung gewünschte Filtersatz für visuelle und fotografische Beobachtungen wurde auch an der Sternwarte deponiert. Die Sternfreunde konnten damit verschiedene Filter auf die Wirkung von Nebel, Planeten etc. testen.

Der März zeigte ein Rekord an Besuchergruppen. Die Sternwarte war mit 15 Terminen jeden 2. Tag in Benutzung. Auch fand die jährliche Putzaktion im März statt, die sich aber wegen des schlechten Wetters nur auf die Innenbereiche beschränkte.

Besseres Wetter brachte der April. So konnte der Messiermarathon und auch die Astronomienacht unter klarem Himmel stattfinden. Der Ausbruch des Eyafjällajökull sorgte für europaweite Flugverbote und damit auch für einen strahlend blauen Himmel. Die angekündigten besonders roten Sonnenuntergänge wurden jedoch nicht beobachtet. Im Mai wurden dann die Nächte auch wieder kürzer, so dass Beobachtungen recht selten möglich waren. Auch gab es erst in der zweiten Maihälfte einige klare Nächte.

Im Juni gab es dann wieder mehr Aktivität bei den Sternfreunden. Kurz nach dem Monatstreffen folgten wir der Einladung der Universität Münster zur Besichtigung des Instituts für Planetologie. So konnten wir die Räumlichkeiten des Instituts besichtigen und einen schönen Ausblick vom Dach des Gebäudes ins weite Münsterland genießen.

Am 12. Juni bauten wir traditionell unseren Stand auf dem Borkener Umweltmarkt auf. Leider ist das Interesse am Umweltmarkt nicht mehr so groß, wie es einmal war. Im Jahr 2011 wird deswegen auch kein Umweltmarkt stattfinden.

Am 21. Juni zur Sommersonnenwende fand eine Exkursion der Sternfreunde zur Hoheward statt. Die Sternwarte Recklinghausen lud zu einer Führung am Horizontobservatorium ein. Bei schönem Wetter und guter Weitsicht konnte eine kleine Gruppe der Sternfreunde den eindrucksvollen Sonnenuntergang und das tolle Landschaftspanorama von der Halde in Herten aus beobachten.

Nur wenige Sekunden lang dauerte das Ereignis des Monats Juli. Die IOTA-ES, eine Fachgruppe der Vereinigung der Sternfreunde (VdS), kündigte die Bedeckung eines hellen Sterns im Sternbild Schlangenträger durch den Kleinplaneten Roma an. Der Streifen der Bedeckung wurde mit einer relativen Ungenauigkeit auch über der Sternwarte in Borken vorhergesagt. Tatsächlich konnten wir in Borken das Verschwinden des Sterns beobachten, da die Vorhersage einen zu südlichen Verlauf annahm. Das Verschwinden war ein richtiges "Wow"-Erlebnis.

Im August wurde die Beobachtung der Perseiden in ein besonderes Rahmenprogramm gebettet. Gemeinsam mit der AFO der Universität Münster wurde eine öffentliche Meteorbeobachtung organisiert. Neben der Beobachtung mit etwa 300 Besuchern konnte man durch die Teleskope der Sternfreunde und durch die Mikroskope der Universität in einem Wissenschaftscontainer schauen und den Vorträgen der Meteoritenexperten lauschen. Einige Tage zuvor wurden bereites einige Bruchstücke des Ramsdorfer Meteoriten ausgestellt.

Am 28. August fand das alljährliche Sternwartengrillen statt. Bei ungünstigem Wetter verkrochen sich die Sternfreunde unter das Abdach der Pröbstingschule.

Der Planetenwandertag am 19. September fiel leider auch dem schlechten Wetter zum Opfer. Nur wenige Menschen wagten sich auf die 6km lange Strecke um den Pröbstingsee. Glück für die Teilnehmer, deren Gewinnchancen dieses Mal besonders hoch waren. Und für die Leckermäulchen unter den Sternfreunden, die an der Sternwarte ein besonders üppiges Kuchenbuffet erobern konnten.

Wissenschaftlich wurde es dann am 6. Oktober: Das monatliche Treffen wurde in die Gemener Montessorischule verlegt. Die Sternfreunde kamen in den Genuss eines sehr informativen Vortrags über Spektroskopie. Unser Sternwartenteleskop wurde in den letzten Wochen mehrmals von einem Schüler genutzt, der eine Arbeit über Astronomie zum Thema Spektroskopie schreibt. Die Theorie besagte, dass Spekroskopie kein Hexenwerk ist, doch die Praxis zeigt, dass man sich doch mit der Sache beschäftigen muss, wenn man gute Ergebnisse erzielen möchte. Das Vorhaben, den Kometen Hartley 2 zu spektroskopieren war doch ein schwieriges Unterfangen. Der Komet C/103P Hartley 2 war ein sehenswertes Objekt am herbstlichen Himmel. Viele Teleskope und auch die der Sternfreunde, erfassten das kleine nebelige Wölkchen, dass bereits im Feldstecher zu sehen war.

Ausklingen ließen die Sternfreunde das Jahr am 1. Dezember bei einem weihnachtlichen Essen in der Gaststätte Wüst.

Clear Skies,
Christian Overhaus

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