Beobachtungstipp im Dezember 2010

Es ist schon bitterlich kalt am frühen Morgen des 4. Januar 2011. Dick eingemummte Personen bewegen sich in der morgentlichen Dämmerung auf der Plattform der Sternwarte in Hoxfeld. Das Thermometer ist im satten Minusbereich, obwohl die Sonne der Erde doch zu dieser Zeit besonders nah ist und entsprechend groß erscheint. Schon seltsam, sowas...

Es ist 8:00 Uhr und hier und da zieht schon eine nach Kaffee duftende Wolke um die geröteten Nasen der dort versammelten Sternfreunde. In 2 Minuten ist es soweit und ein unsichtbarer Erdbegleiter berührt den Sonnenrand. Freilich ist davon noch nichts zu sehen. Die Sonne befindet sich noch 5 Grad unter dem Horizont. Dennoch sind die Geräte der Sternfreunde, Teleskope, Kameras und Ferngläser in Richtung Sonnenaufgang aufgestellt. Während der Mond langsam die Sonnenscheibe mehr und mehr bedeckt, wandert die Sonne langsam dem Horizont entgegen und erscheint als halbverfinsterte Scheibe um 8:38 Uhr am Südosthorizont im Frühdunst. Die klare trockene Luft lässt die Sonne recht schnell hell erscheinen. Die Sonne gewinnt aber in den Wintermonaten nur langsam an Höhe. Die Sternwarte ist wegen der guten Horizontsicht der ideale Ort für die Beobachtung. Um 9:18 Uhr, wenn sich der maximale Bedeckungsgrad von 70% eingestellt hat, befindet sich das Zentralgestirn gerade mal 4 Grad über dem Horizont. Das ist keine Hand breit am ausgestreckten Arm. Wenn um 10:40 Uhr der Mond den letzten Krümmel Sonne wieder frei gibt, ist die Sonne schon 11 Grad über dem Südosthorizont. Von ihrer wärmenden Wirkung bekommt man noch nicht soviel mit, weil der leichte Ostwind, der später wieder recht böig wird, die kalte trockene Kontinentalluft herüberweht.

Die Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis erfordert neben einem guten Stehvermögen und Kälteresistenz auch viel Wetterglück. Eine frostklare Nacht bei kalter Hochdrucklage wäre ideal. Wünschen wir uns das beschriebene Szenario und ziehen das zweite Paar Socken an und kochen heißen Kakao für das körperliche Wohlergehen.

Ja dann...clear Skies,
Christian Overhaus

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