Jahresrückblick 2011

Jahresrückblicke sind eine gute Möglichkeit, noch sich noch mal an das vergangene Jahr zurück zu besinnen und dabei festzustellen, daß doch Einiges geschehen und gelaufen ist. Das gilt nicht nur für politisches Geschehen oder für schlimme Katastrophen. Beim Zurückblättern kamen viele Dinge wieder zum Vorschein, die 2011 geschehen sind.

Gleich zu Beginn des Jahres konnten die Sternfreunde bei kalter Witterung in den Morgenstunden eine partielle Sonnenfinsternis beobachten. Einige Wolkenfelder und die weiße Landschaft machten das Himmelsspektakel zu einem optischen Hochgenuss. Auch die lokalen Medien und einige Besucher ließen sich nicht von Temperaturen um den Gefrierpunkt abhalten. Größeren Andrang an den Teleskopen der Sternfreunde gab es dann im April beim Tag der Astronomie. Bei guten Bedingungen konnten gute 300 Besucher gezählt werden, die den Anblick des Ringplaneten Saturn und den Mond in Augenschein nahmen. Die Mondfinsternis im Juni fiel weitgehend den Wolken zum Opfer. Während der Kernschatten gar nicht zu beobachten war, gelang es einigen Sternfreunden, die lange genug ausharrten, einen Blick auf den vollen Mond zu erhaschen, nachdem die sichtbare Phase der Mondfinsternis vorüber war.

Glücklich waren die Sternfreunde, die am 21. Juni 2011 die Sommersonnenwende auf der Halde Hoheward beobachten konnten. Bei wunderschönem Wetter bot der Sonnenuntergang und das tolle Panorama der Halde ein stimmungsvolles Bild. Die Sternfreunde aus Recklinghausen lieferten zur Exkursion einen sehr informativen Vortrag zur Horizontastronomie (oder war es doch Horizontalastronomie ;-) ).

Auf dem Umweltmarkt, der in diesem Jahr am 24. September 2011 stattfand, wurden die Sternfreunde Zeugen eines explosiven Ereignisses auf der Sonne. Sie konnten live in den Morgenstunden einen X-Flare im Sonnenteleskop beobachten. Nebenbei war der Umweltmarkt mal wieder eine schöne Gelegenheit, auf die Thematik der Lichtverschmutzung aufmerksam zu machen. Leider ufert der Beleuchtungswahn im Borkener Raum immer mehr aus. Nachdem alle Stadttürme und auch die Burg Gemen neue Lichtanlagen installiert bekamen, soll nun eine bunte Beleuchtung die Borkener und Bocholter Aa illuminieren. Der Einsatz von LED-Beleuchtung an einigen Orten kann auch zwiespältig betrachtet werden. Die Leuchtkörper sind zwar gut abgeschirmt - aber leider zeigt das ausgesandte Licht ein Vollspektrum, dass selbst Nebelfilter ihre Wirkung verlieren. Eine helle LED-Welt wird die Astronomie sehr einschränken!

Zwei Tage nach dem X-Flare am 24. September 2011 konnten einige Sternfreunde abends ein Polarlicht beobachten, welches rötlich durch die Wolken schimmerte. Die zunehmende Sonnenaktivität lässt die Hoffnung erwachsen, in den nächsten Monaten doch noch ein helles Polarlicht in unseren Breiten beobachten zu können. Es wird mal wieder Zeit.

Über die Fortschritte der Sternschnuppenvorhersage konnten die Sternfreunde am 8. Oktober 2011 staunen. Die Prognosen für ein Maximum der Draconidensternschnuppen gegen 22 Uhr trat tatsächlich ein. Die Modelle der Meteorforscher konnten bestätigt werden. Es war zwar nicht der sensationelle Meteorregen, den man sich gewünscht hätte. Dennoch wurden über 60 Sternschnuppen pro Stunde beobachtet. Die Witterungsbedingungen und der helle Mond störten die Beobachtungen allerdings etwas. Der Stimmung an der Sternwarte taten sie aber dennoch keine Abbruch. Nur wenige Wochen später konnten die Sternfreunde am 5. November 2011 wieder viele Besucher begrüßen, die dem Angebot einer Jupiterbeobachtung folgten. Das Wetter spielte mit und der Jupiter konnte bis Mitternacht gezeigt werden. Der November präsentierte sich sehr zur Ausnahme mal als sonniger Spätherbstmonat mit wenig Hochnebel in unserer Gegend.

Was bekamen die Sternfreunde sonst noch so geboten? Im März konnten die Sternfreunde einen interessanten Vortrag zur Spektroskopie genießen, der in der Montessorischule in Gemen stattfand. Das Grillfest im August war wieder ein kulinarisches Highlight und konnte nur durch das Weihnachtsessen beim Dezembertreffen überboten werden.

In diesem Jahr konnten auch einige Investitionen getätigt werden. Bereits im Februar installierte die Firma Meade den Drivemaster ans Sternwartenteleskop. Der Drivemaster reduziert den periodischen Schneckenfehler auf ein Minimum, so dass Langzeitbelichtungen ohne Nachführkontrolle für einige Minuten möglich sind - eine wirklich tolle Sache!

Während der Putzaktion im April wurde der Kabelsalat in der Sternwarte bereinigt und zwei Außensteckdosen installiert. Die Aufkündigung unseres Telekomvertrages wurde genutzt um einen neuen Vertrag mit Internetzugang zu bekommen. Die Josef-Bresser-Sternwarte ist nun WLAN-fähig.

Der Planetenweg wurde in 2011 mehrmals Opfer von Vandalismus. So wurde die Jupiterkugel zwei Mal demontiert. Einmal trieb sie einsam im Pröbstingsee und wurde durch Bauarbeiter, die Baggerarbeiten im See vornahmen, geborgen. Auch der Neptun wurde zwei Mal abgerissen. Jedoch verschwanden die Kugeln und mussten ersetzt werden. Nach dem ersten Diebstahl wurde die zweite Kugel noch am selbigen Tag des Aufsetzens gestohlen. Der Kleber war noch nicht mal trocken. Sehr ärgerlich! In der Zeitung erschien ein Artikel mit den Worten "Die Sternfreunde sind stinkesauer". Es ist ja auch sehr ärgerlich, wenn die ganze ehrenamtliche Arbeit und die Liebe zur Gestaltung des schönen Weges derart mit Füßen getreten wird. Eigentlich ist es schon schlimm genug, dass die Säulen durch Hunde, Fußtreter und Taschenmesserritzer attackiert werden, aber Diebstahl und Vandalismus ist wirklich der Gipfel!

Neben den Highlights hatten die Sternfreunde an den 12 Monatstreffen und auch an jedem schönen Abend unter dem Sternenhimmel ihre Freude und konnten dem Alltag für einige Stunden auf wunderbare Weise entfliehen...

Clear Skies,
Christian Overhaus

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