Beobachtungstipp im September 2015

Für den berufstätigen Naturbeobachter kein günstiger Termin ist die Mondfinsternis vom 28. September 2015. Früh in den Morgenstunden der beginnenden Woche beginnt sie um 2:10 Uhr MESZ mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde und endet um 7:24 Uhr MESZ mit dem Austritt aus dem Halbschatten. Um 7:41 Uhr unserer Sommerzeit geht der fast noch volle Mond unter. Wir können die Mondfinsternis also in ganzer Länge der Dauer beiwohnen, wenn der Himmel es zulässt. Der 28. September ist kein schlechtes Datum. In den letzten 10 Jahren wäre es 7 mal in jener Nacht klar oder nur leicht bewölkt gewesen. Letztes Jahr war es leider bewölkt, im Jahr 2013 war es gut, das Jahr 2012 konnte nicht begeistern, weil der Himmel um 2:30 Uhr zu zog und es anschließend regnete. Im Jahr 2011 war es wechselnd bewölkt. Dann folgten einige Jahre mit klaren Nächten bis zum Jahr 2006, welches eine bewölkte Nacht am 28. September brachte. Die Nacht vom 27. September auf den 28. September 2005 war wiederum klar.

Sicherlich sind statistische Aussagen keine gute Wettervorhersage, vielleicht nicht mal eine gute Prognose. Aber vielleicht schürt es die Hoffnung auf eine klare Nacht und die Vergangenheit zeigt, dass der September ganz gute Voraussetzungen bietet. Für den Beobachter wird es ab 3:07 Uhr (MESZ) interessant. Der Mond wandert langsam in den Kernschatten der Erde, der ihn um 4:11 Uhr (MESZ) vollständig verfinstert. Um 4:47 Uhr (MESZ), wenn die Berufstätigen sich das letzte Mal im Bettchen umdrehen, findet die Mondfinsternis ihren Höhepunkt. Die Totalität endet dann um 5:24 Uhr (MESZ). Der Mond tritt dann bis zum ersten Hahnenschrei um 6:27 Uhr (MESZ) aus dem Schatten der Erde. Mittlerweile dürfte die Dämmerung den Himmel mehr und mehr aufhellen. Die Bürgerliche Dämmerung beginnt um 6:54 Uhr (MESZ) und endet mit dem Sonnenaufgang um 7:26 Uhr (MESZ). Der Mond ist dann erst 2 Minuten aus dem Halbschatten der Erde herausgewandert. Der Mond hat den Knoten seiner Bahn, also den Schnittpunkt zwischen Ekliptik und Mondbahn, bereits am Mittag des Vortages geschnitten und wandert südlich der Ekliptik durch den Erdschatten.

Der Kernschattenkegel der Erde ist etwa 1,38 Millionen Kilometer lang. Der Mond ist mit 357.000 km der Erde sehr nahe. Er passt unter guten Bedingungen über 2,5 mal in den Kernschatten und über 4,5 mal in den Halbschatten der Erde. Die Größe des Schatten erlaubt eine gewisse Distanz des Mondes zur Ekliptik. Während der Totalität am 28. September 2015 15 ist der Mond immerhin 1,5 Mondbreiten von der optimalen Position entfernt. Die Finsternis ist entsprechend kürzer. Die Eindringtiefe wird als Größe der Finsternis angegeben und ist der maximale Abstand des Mondrandes vom Kernschattenrand angegeben in Mondhalbmessern. Bei einer zentralen Mondfinsternis kann die Größe 1,825 betragen. In unserem Fall sind es immerhin noch 1,282.

Die nächste totale Mondfinsternis wird dann erst am 27. Juli 2018 stattfinden. Die Totalität wird mit 103 Minuten die längste des 21. Jahrhunderts! - Und... sie findet an einem Freitag statt. Aber zunächst wollen wir die kommende Finsternis genießen.

Sternfreundliche Grüße,
Christian Overhaus

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