Jahresrückblick 2016

Der Buchautor Simon Singh schrieb einmal: Das Leben auf der Erde mag teuer sein, aber eine jährliche Reise um die Sonne ist immer mit drin. So sind wir wieder einmal die etwa 950 Millionen Kilometer gereist und können uns Gedanken über die Erlebnisse während der Tour machen. Das besondere Ereignis des Jahres 2016 war der Transit des Merkurs am 9. Mai 2016. Petrus zeigte sich gnädig sodass wir den schwarzen Punkt auf der Sonnenscheibe fast durchgehend beobachten konnten. Es war zwar ziemlich windig, aber das störte nur den Fotografen. Von den Medien, wie bspw. Radio WMW, Borio TV und der Borkener Zeitung wurde das Spektakel auch entsprechend gewürdigt.

Weniger Glück hatten wir im März 2016 beim Deutschlandweiten Astronomietag. Der Tag stand ganz im Zeichen des Mondes, der eigentlich zu sehen gewesen wäre. Wäre, weil viele Wolken den Himmel bedeckten. So konnten wir den Besuchern, die dennoch den Weg zur Sternwarte fanden, nur Sterne aus der Konserve präsentieren.

Ebenfalls ins Wolkenmeer fielen die beiden angesetzten Beobachtungsnächte um die Messierobjekte, die ebenfalls im März 2016 geplant waren.

Das Jahr fing aber vielversprechend an. Im Januar 2016 konnte man den Kometen C/2013US10 Catalina beobachten. Mitte Januar zog er durch die Jagdhunde und den Großen Bären. Am 16. Januar 2016 wanderte er an Messier 101 vorüber. Für Astrofotografen war der Komet 67P P/Churyumov-Gerasimenko, auch Tschuri genannt, ein interessantes Objekt. Er gehörte nicht zu den hellsten Objekten, gelangte aber zu einer gewissen Popularität, weil er Ziel der europäischen Rosetta-Mission war. Die Mission endete nach 10 Jahren im September 2016 mit dem Aufprall der Sonde auf den Kometen.

Im Februar 2016 fanden sich die Sternfreunde zur Generalversammlung zusammen. Der Vorstand wurde nochmal für ein Jahr wiedergewählt. Ein Thema, dass die Sternwarte betrifft, ist die weitere Nutzung der Pröbsting-Schule. Hier gab es gute Nachrichten. Die Stadt denkt über eine weitere Nutzung als Kita nach, was den Sternwartenbetrieb nicht stören dürfte. Dies wurde auf der Generalversammlung thematisiert.

Im April 2016 brachten die Mitglieder die Sternwarte auf hochglanz. Auch der Planetenweg wurde gepflegt. Das Jahr hat doch Spuren hinterlassen. Und im Laufe der Jahres kamen auch noch einige Schäden dazu. So wurden die Neptunstation und die Merkurstation beschädigt. Vandalismus macht nicht mal vor Planeten halt. Diverse Schmierereien konnten mit Nagellackentferner entfernt werden. Glücklicherweise blieben die Sternfreunde nicht alleine auf den Kosten sitzen. Die Stadt sprang ein und ersetzte den Schaden.

Der Mai 2016 stand ganz im Zeichen des Merkurtransits. Nicht zu vergessen ist aber das Polarlicht vom 8. Mai 2016, das fotografisch an der Sternwarte nachzuweisen gewesen ist. Zudem lief der Mars im Mai in seine Oppositionsstellung, so dass 2016 auch ein Marsjahr war. Für die ESA auch, leider verlor sie im Oktober die Marssonde Schiaparelli, die anscheinend in die Marswüste abgestürzt ist.

Astronomisch nicht so verwertbar war der Juni 2016. Zwar konnten abends an einigen Tagen Leuchtende Nachtwolken gesichtet werden. Dennoch war der Juni Regenmonat des Jahres mit einer Rekordniederschlagsmenge von 300mm. Die Sommerferien wurden mit besserem Wetter gesegnet und so fanden auch die sonntäglichen Sonnenbeobachtungen an einigen Wochenenden statt.

Am 12. / 13. August 2016 hatten wir echtes Wetterglück. In dieser Nacht konnten wir die Sternschnuppen der Perseiden beobachten. Immer ein Genuss! Auch das Grillen am 27. August 2016 gelang fast trocken. Am abendlichen Himmel spielte sich später dann noch eine ordentliche Gewittershow ab. Bis auf einige Tropfen zu Beginn des Grillens blieben unsere Würstchen aber trocken.

Weniger Freude machte den Sternfreunden die Stadt Düsseldorf. Ein 440.000 Watt starkes Lichtensemble auf dem Fernsehturm in der Landeshauptstadt erhitzte die Gemüter. Die Lichtorgie war weit bis ins Münsterland zu sehen. Während Kritiker die Umweltbelastung im Auge haben, gibt es Befürworter, die das supertoll finden. Im Moment ist aber die Aufregung etwas verflogen und Ruhe eingekehrt. Hoffentlich für immer!

Im August und September 2016 wurden die Sternfreunde mit gutem Wetter belohnt. Das machte sich auch sehr an den Besucherzahlen an der Sternwarte bemerkbar. Und dort gab es mit Saturn, Jupiter und Mars auch noch einiges zu entdecken.

Mit zu den jährlichen Regelterminen gehören das Weihnachtsessen und das Kurrendeblasen hin zu einem feierlichen Abschluss des Jahres. So wird es auch in 2017 sein...

Sternfreundliche Grüße,
Christian Overhaus

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