Beobachtungstipp im September 2017

In den Morgenstunden des 6. Oktober 2017 findet ein seltenes Ereignis statt. Der Mond Triton, der den Neptun umkreist, bedeckt auf seiner Bahn einen 12,7 mag hellen Stern. Triton selbst ist 13,5 mag hell. Die Bedeckung wird in großen Teilen Europas zu sehen sein. Bei der Bedeckung der beiden Himmelskörper vereinigen sich die Lichtpunkte zu einem Lichtpunkt der Helligkeit 13,5 mag. Man kann einen Lichtabfall beobachten, der bis zu 161 Sekunden andauert. Der Stern durchstrahlt Tritons Atmosphäre, die sehr dünn ist. Eine hochaufgelöste Beobachtung könnte Hinweise zur Atmosphäre aus Stickstoff und Methan liefern. Triton ist insgesamt ein eigenartiger Mond, der vulkanisch aktiv ist. Heiße Lava findet man nicht. Es sind kalte Vulkane, die Methan und Stickstoff ausspeien. In der Fachwelt nennt man dies Kyrovulkanismus. Triton umkreist den Neptun retrograd. Deswegen vermutet man, dass Triton ein Zwergplanet des Kuipergürtels gewesen sein könnte, der von Neptun eingefangen wurde.

Triton hat einen Durchmesser von 2.700 km und sein Schatten auf der Erde entspricht in etwa der gleichen Größe (mal von den Projektionseffekten auf eine kugelförmige Erde abgesehen). Somit ist die Bedeckung des Sterns UCAC4 410-143659 fast von ganz Europa aus zu sehen.

Wer dem Ereignis bewohnen möchte, der sollte am 6. Oktober 2017 spätestens um 1:40 Uhr (MESZ) am Teleskop stehen. Die größte Annäherung findet bereits um 1:42 Uhr statt. Man benötigt einige Zeit, um Neptun im Sternbild Wassermann zu finden. Hat man ihn entdeckt, so befinden sich der Stern und der Mond Triton etwa 11 Bogensekunden westlich davon.

Weitere Information findet man auf den Seiten der IOTA-ES unter www.iota-es.de sowie https://himmelslichter.net/call-for-observation-triton-bedeckt-stern-am-5-6-oktober

Clear Skies,
Christian Overhaus

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