Jahresrückblick 2017

Irgendwie hat man es gar nicht bemerkt. Das Jahr 2017 rollte so vor sich hin. Und jetzt, das was vom Jahre übrig bleibt, geht im Weihnachtsrummel unter. Aus Sicht der Sternekundlichen ist das Jahr 2017 schon ein besonderes Jahr gewesen. Nicht jeder wird das mitbekommen haben, dass ein neues Fenster zum Kosmos geöffnet wurde. Die jüngste Disziplin der Gravitationswellenastronomie machte einige erstaunliche Fortschritte. So konnte erstmals im August die Verschmelzung zweier Neutronensterne auf allen Kanälen beobachtet werden. Ein Meilenstein in der Geschichte der Astronomie, vielleicht sogar gleichbedeutend mit der Entdeckung des Neptuns im Jahr 1846, auch wenn die Öffentlichkeit informiert wurde, aber wohl nur geringes Interesse zeigte an dieser großen Entdeckung. Die große Sonnenfinsternis im August in den USA lenkte mal kurz vom politischen Geschehen um die Supermacht ab. Selbst der Präsident des Landes wagte einen, eher unprofessionellen, Blick zum Himmel.

Im Oktober entdeckten Astronomen einen durchreisenden Asteroiden, der aus dem interstellaren Raum mit 95.000 km/h das Sonnensystem kreuzt. Seine längliche Form verblüfft etwas und er hat vermutlich die Form eines außer Kontrolle geratenen Raumschiffs. Im September stürzte nach über 20 Jahren Einsatz die Cassini-Sonde in den Saturn. Ihr verdanken wir sensationelle Bilder und wissenschaftliche Daten vom Saturn. Ein neuer Publikumsliebling ist die Raumsonde Juno, die mit einer Webcam seit Juli hochaufgelöste Bilder vom Jupiter sendet.

Schlechte Neuigkeiten im November. Der Nachthimmel ist auf dem Rückzug. Die LED-Revolution sorgt für mehr Licht. Statt der erhofften Energieersparnis, scheinen die Menschen auf mehr Licht zu setzen. Vermutlich kein guter Weg. Die Probleme des Klimawandels und des Insektensterbens und damit die Verringerung der Artenvielfalt werden somit forciert. Auch in Borken wurde die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt. Sicherlich ist die neue Beleuchtung nicht schlechter als die Alte. Leider wird der Vorteil durch die sich ausbreitenden bebauten Räume mehr als wettgemacht. Selbst naturnahe Räume werden beleuchtet. Die neuen Möglichkeiten der Beleuchtung lassen so manche Gebäudefassade und so manchen Baum im hellen Licht erstrahlen.

In diesem Rahmen lief das Sternfreundejahr fast schon routinemäßig ab. Die Generalversammlung im Februar bestätigte den alten Vorstand und bescheinigte den Sternfreunden eine solide Kassenlage. Die ins Auge gefasste Anschaffung einer Online-Wetterstation oder einer Allsky-Kamera wurde noch nicht in Angriff genommen. Vielleicht greifen wir das Thema mal wieder auf.

Der Astronomietag im März konnte bei gutem Wetter über 100 Besucher an die Sternwarte locken. Nach einigen Jahren mit schlechtem Wetter war das mal wieder ein schöner Erfolg. Das Thema, Sehenswertes an der Sonnenbahn, wurde an diesem Abend locker behandelt. Es geht ja auch eher darum, dass Menschen durchs Teleskop schauen.

Im April fand die Putzaktion an der Sternwarte statt. Gemeinsam wurde die Anlage wieder auf Vordermann gebracht. Nicht zu vergessen, dass die fleißigen Hände von Eckhard und Reimer die Sternwarte das ganze Jahr über pflegen.

Auch die unerfreulichen Arbeiten wurden von fleißigen Mitgliedern erledigt. Der Planetenweg wurde mal wieder Opfer von Vandalismus. Neben der jährlichen Pflege mussten Hinweistafeln und der Planet Jupiter neu installiert werden. Auch wenn die Kosten dafür die Sternfreundekasse kaum belasteten, ist der Arbeitseinsatz beachtlich.

Die Monatstreffen waren dank einiger Vorträge von Christa, Günther, Reimer, Ludger und anderen ebenfalls sehr interessant. Der gute Beamer leistete hervorragende Arbeit. Bei den Beobachtungen der Sternfreunde standen insbesondere die Kometen C2015/V2 Johnson und der Komet 41P/Tuttle-Giacobini-Kresak, die Venus und der Jupiter hoch im Kurs.

Ein schöner Abend war die Expedition einiger Sternfreunde zum Observatorium auf der Halde Hoheward am 11. April 2017 einige Tage nach der Tagundnachtgleiche. Die Möglichkeit den Sonnenuntergang und den Mondaufgang von dieser Stelle aus zu beobachten ist schon sehr stimmungsvoll.

Im Oktober beobachtete Günther an der Sternwarte die Bedeckung eines Sterns durch den Neptunmond Triton. Diese bemerkenswerte Bedeckung war in der Astronomiegemeinschaft sehr beachtet. Die Bedeckung konnte eine Atmosphäre um Triton nachweisen. Leider waren die Witterungsbedingungen hier in Borken nicht ganz ideal.

In den Sommerferien fanden wieder unsere sonntäglichen Sonnenbeobachtungen statt. Dieses Mal versuchten wir an Vormittagen die Leute für die Sonne zu begeistern. Die Resonanz war aber sehr verhalten, so dass wir im nächsten Jahr vielleicht einen anderen Weg gehen wollen.

Am 7. August konnten wir in den Abendstunden eine partielle Mondfinsternis verfolgen. Sicherlich nicht so spektakulär wie eine totale Mondfinsternis bei klarer, dunkler Nacht. Aber dennoch eine schöne abendliche Atmosphäre an der Sternwarte mit einem tollen Sonnenuntergang und den Aufgang des verfinsterten Mondes.

Die darauffolgende Sonnenfinsternis wurde von den Sternfreunde nur per Liveübertragung beobachtet. Leider waren die Sondersendungen am TV von sehr fraglicher Qualität und wurden dem Großereignis nicht gerecht.

Gelungen war dafür aber mal wieder unser Sternwartenfest. In gemütlicher Runde kamen wir am 26. August 2017 zusammen und hatten einen unterhaltsamen Nachmittag.

Im November versuchten wir uns erstmals an einem Bastelnachmittag für Kinder an der Sternwarte. Ein Team um Christa kümmerte sich einige Stunden um den jungen Nachwuchs, der sich dankbar an der Aktion beteiligte. Die Resonanz und die Reaktion der Teilnehmer war sehr ermutigend. Kinder im Alter um die 10 Jahre sind offenbar noch in der Jugendforscher-Lebensphase, in der Angebote zur Beobachtung der Natur sehr gerne wahrgenommen werden.

Dies bestätigten auch die guten Besucherzahlen der Sternwarte. In den Ferien hatten wir immer guten bis sehr guten Zulauf. Und nicht nur die Kleinen konnten vom Sternenhimmel fasziniert werden. Es zeigt sich doch, dass der Besuch einer Einrichtung wie die Sternwarte, ein kleiner Schatz für die Allgemeinheit ist - eben das Erleben der Natur und des Kosmos vor der Haustüre, eine Flucht in die Ferne ohne Weltreise.

In gewohnter Manier fand wieder das Weihnachtsessen im Dezember statt. Auch das "Kurrende-Blasen" des Posaunenchors an der Sternwarte hat sich etabliert und sorgt für eine weihnachtliche Vorstimmung an der Sternwarte. Darum wird es weitergehen ...im Jahr 2018...

Clear Skies,
Christian Overhaus

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