Beobachtungstipp im Dezember 2018

Das 15. Jahr des Sternwartenbetriebs endet und das 20. Jahr der Sternfreunde beginnt. Im April des Sonnenfinsternisjahres 1999 trafen wir uns zum ersten Mal in der Gaststätte Papiermühle. Viele der Sterngucker der ersten Stunde sind auch nach 20 Jahren noch dabei. Insgesamt war die Gruppe immer um die 30 bis 40 Mitglieder groß. Das ist ein Umfang, der persönliche Kontakte untereinander gut beherrschbar macht und nur organisatorische Hierarchien erfordert.

Artikel 1
Zeitungsartikel zur Gründung der Sternfreunde-Borken

Der Zeitungsartikel zur Gründung der Gruppe erschien im März 1999. Vielleicht ist es ein idealer Zeitpunkt um die Sternwartenchronik, wie geschehen, zusammenzutragen und als kleines Büchlein herauszubringen. Die gemeinsame Beobachtung, das Angebot den Sternenhimmel für alle erlebbar zu machen, die Sensibilisierung hinsichtlich des Umweltthemas "Lichtverschmutzung" standen schon immer im Blickpunkt der Sternfreunde, früher wie heute. Nach diesem kurzen Sprung in die Vergangenheit werfen wir einen Blick auf das Jahr 2018. Auch wenn es das 15. Jahr der Sternwarte gewesen ist, kann man den Ablauf und die Aktivitäten um die Sternwarte als regulär bezeichnen. Einige Festtermine, wie die Putzaktion an der Sternwarte, das Grillfest, der Tag der Astronomie und das Weihnachtsessen sind stets fester Bestandteil des Jahresprogramms, ebenso wie die Generalversammlung, die im Februar abgehalten wurde.

Artikel 2
Zeitungsartikel zum Thema "Lichtverschmutzung"

Wie das Jahr 2003 wird auch das Jahr 2018 als Katastrophenjahr in die Geschichte eingehen. Auch das Eröffnungsjahr bescherte uns einen sehr trockenen Sommer und viele klare Nächte. Diese machten sich auch deutlich in den Besucherzahlen bemerkbar. Gerade die Sommerferien wurden von vielen Besuchern genutzt, um die Sternwarte zu besuchen. Man kann auf die Auswertung der Besucherstatistik gespannt sein. Zwei besondere öffentliche Veranstaltungen wären zu erwähnen. Der Astronomietag am 24. März 2018 war bei klarem Himmel ein richtiger Publikumsmagnet und viele Besucher konnten einen Blick auf den Mond und die hellen Sternhaufen der Milchstraße werfen. Ebenfalls gut besucht waren die klaren Abende in den Osterferien. Es sollte aber noch besser kommen. Die Mondfinsternis am 27. Juli 2018 fand bei blauem Himmel statt und erwartungsgemäß gab es einen Ansturm auf die Sternwarte. Schätzungsweise 350-400 Mitbeobachter konnten begrüßt werden. Viele ausgestattet mit eigenen Geräten, Ferngläsern und Picknickausrüstung, um den sonnigen Abend mit dem Kupfermond an der Sternwarte zu verbringen. Der Mars war zeitgleich in Opposition gewandert und war ebenfalls gut zu sehen. In den Wochen darauf war die Sternwarte mit 30-40 Besuchern pro Abend ebenfalls sehr gut frequentiert.

Es gab ja auch einiges zu beobachten im Jahr 2018. Der Mars, leider durch einen großen Staubsturm sehr arm an Details, war in großer Annäherung an die Erde gewandert. Jupiter und Saturn hatten ihren jährlichen Auftritt, die Venus war ebenfalls zu sehen. Dazu kam die Mondfinsternis am Sommerabend. Zwei helle Kometen konnten verfolgt werden. Im Spätsommer überraschte der Komet 21 P/Giacobini-Zinner mit guter Helligkeit. Im Dezember wurde der Komet 46 P/Wirtanen freisichtig. Sicherlich keine Exemplare, wie Hale Bopp oder der Komet McNaught im Jahr 2006, aber immerhin schöne Erscheinungen. Der Komet Giacobini-Zinner lieferte uns im Oktober noch einige Sternschnuppen, die Draconiden. Die Sternschnuppen der Perseiden im August waren auch günstig an einem Wochenende zu beobachten.

Zu den jährlichen Terminen gehören auch die Wartungstermine an der Sternwarte. So wurde die Sternwarte im April auf Vordermann gebracht und auch der Planetenweg wurde geschrubbt. Damit war es aber noch nicht getan. Leider gab es auch mal wieder Vandalismus am Planetenweg. Die Neptunkugel musste erneut ersetzt werden. Das gestaltete sich in diesem Jahr schwierig, weil das Gewinde der Kugel nicht aus dem Stein zu entfernen war. Eine Fachwerkstatt hat es hinbekommen und die neue Neptunkugel nochmal besser gesichert. An der Sonnenstation wurde die Windrose herausgerissen und in der Nähe "entsorgt". Diese wurde auch neu befestigt und mit einem Metallring gesichert. Ein Planetenweg scheint wie der Kölner Dom eine Dauerbaustelle zu sein. Der Kölner sagt ja, wenn der Dom fertiggestellt ist, geht die Welt unter. Hoffen wir mal, dass der Planetenweg nicht diese Wirkung auf die Zivilisation besitzt.

Die Pflege der Anlage innerhalb des Jahres wird von Reimer und Eckhard übernommen. Dem Einsatz der fleißigen Hände haben wir es zu verdanken, dass die Sternwarte immer gut ausschaut.

Größere Anschaffungen standen in diesem Jahr nicht an. Lediglich ein Sky-Qualitymeter der Fa. Unihedron wurde zugelegt. Dieses Gerät erlaubt es, die Helligkeit des Himmels zu messen und den Verlauf der Lichtverschmutzung zu dokumentieren. Die Zunahme dieser ist immer noch aktuell. Leider brachte der Umstieg der Stadt auf LED-Straßenbeleuchtung nicht die erhoffte Wende.

Zum Jahresende waren da noch das gemeinsame Weihnachtsessen und das Kurrendeblasen des Posaunenchors an der Sternwarte. Damit schloss das Jahr 2018. Pünktlich zum Weihnachtsessen war die Sternwartenchronik der letzten Jahre fertig gedruckt. Das Büchlein wurde uns netterweise von der Fa. Bresser finanziert. Ein hübsches Weihnachtsgeschenk, gerade zu den Jubiläumsjahren!

Sternfreundliche Grüße,
Christian Overhaus

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