Venus ein Tag nach der unteren Konjunktion

Hallo Sternfreunde!

Als heller Abendstern leuchtete der Planet Venus in diesem Frühjahr am Abendhimmel und zog die Blicke auf sich. Venus wandert innerhalb der Erdbahn um die Sonne. Alle 584 Tage überholt der Planet die Erde auf der Innenbahn und wechselt vom Abendstern zum Morgenstern. Von der Erde aus gesehen kann Venus sich hinter, östlich, vor und westlich der Sonne befinden. Bei Vollvenus sprechen die Astronomen von der "oberen Konjunktion". Venus steht von der Erde aus betrachtet hinter der Sonne. Da die Bahnebenen von Erde und Venus jedoch nicht in einer Ebene liegen, wird Venus nur selten von der Sonne bedeckt. Venus steht bei der "oberen Konjunktion" entweder südlich oder nördlich der Sonne. Zugleich tritt die größte Distanz zwischen Erde und Venus ein und Venus zeigt eine beleuchtete kleine Scheibe.

Planet Venus
Planet Venus, Canon EOS 20D, 3. August 2007, Günther Strauch

Dann taucht Venus als Abendstern auf und erreicht nach 221 Tagen mit einem Winkelabstand von 47° ihre größte "östliche Elongation". Aus der Vollvenus ist eine Halbvenus geworden. Nun strebt Venus der Sonne entgegen und kommt unserer Erde immer näher. 292 Tage nach Vollvenus tritt die Neuvenus ein. Venus steht nun von der Erde aus gesehen vor der Sonne. Da die Bahnebenen von Erde und Venus jedoch nicht in einer Ebene liegen, wandert Venus dabei zumeist südlich oder nördlich der Sonne vorbei und kehrt uns ihre unbeleuchtete Seite zu. Zugleich wird der geringste Abstand zwischen Venus und Erde erreicht. Venus erreicht ihre maximal mögliche Größe. Einige Tage später taucht Venus als Morgenstern auf und erreicht 362 Tage nach der Vollvenus die "westliche Elongation" mit einem Winkelabstand von 47°. Venus ist nun wieder halb beleuchtet, der Scheibendurchmesser hat sich aufgrund der ansteigenden Entfernung zur Erde verkleinert. Nun strebt Venus erneut der "oberen Konjunktion" entgegen und der Zyklus beginnt von neuem.

Planet Venus (2,3% beleuchtet)
Planet Venus (2,3% beleuchtet), Canon EOS 20D, 11. August 2007, Günther Strauch

Am 18. August erreichte Venus ihre "untere Konjunktion" und zog in einem Abstand von 8° südlich der Sonne vorbei. Am 19. August um 15:00 Uhr hatte sich der Abstand leicht auf 8,4° vergrößert. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Abstand der Venus zur Erde 43 Millionen km. Venus war als hauchdünne Sichel zu nur 1,04 % beleuchtet. Mir bot sich als Beobachter ein sehr beeindruckender Anblick, diese zarte Venussichel am blauen Himmelszelt zu bewundern...

Clear Skies,
Günther Strauch

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