Sternhaufen NGC 7789

Hallo Sternfreunde,

leider zeigte sich das Wetter in den Septembernächten nicht so von der besten Seite. Dennoch gelang mir in einer leicht bewölkten Nacht mit mehr oder weniger störend-zunehmendem Mond diese Aufnahme von NGC 7789. Das Bild zeigt, dass man auch nicht so optimale Nächte durchaus photographisch nutzen kann. Ein roter Nebel oder eine lichtschwache Galaxie gehören dann zwar nicht zu den Objekten der ersten Wahl. Sternhaufen sind dafür aber dankbare Objekte. Und dass Sternhaufen nicht langweilig sind, zeigt der imposante Sternhaufen NGC 7789 im Sternbild Cassiopeia. Schön in der Milchstraße gelegen zeigt die Aufnahme über 5.000 Sterne. Man möge nachzählen...

Sternhaufen NGC 7789
Sternhaufen NGC 7789, 12. September 2008, Refraktor 100/900 ED, Atik 16HR LRGB Filter von Baader, 120 Minuten, Christian Overhaus

Der Sternhaufen selbst besitzt etwa 1.000 Sterne und gehört zu den dichtesten und sternreichsten offenen Sternhaufen seiner Art. Das Licht ist über 6.000 Jahre zu uns unterwegs. Der wahre Durchmesser von 50 Lichtjahren lässt den Sternhaufen als vollmondgroßes Objekt am Himmel erscheinen. Die Helligkeit ist aber nur mit 6,7 mag angegeben, so dass wir mindestens einen Feldstecher zur Hand nehmen müssen, um NGC 7789 zu sehen. Im Teleskop zeigt er dann seinen wahren Sternenreichtum, der ihn ein nebeliges Äußeres gibt. Welch ein prächtiger Anblick, wäre der Haufen statt 6.000 Lichtjahre nur 600 Lichtjahre entfernt. Allesamt sind die Sterne 3.000 mal heller als die Sonne. Das hellste Mitglied, ein roter Riese vom Typ K4 leuchtet mit 200 Sonnenleuchtkräften.

Mit einem Alter von 1 bis 1,5 Milliarden Jahren zählt NGC 7789 schon zu den reiferen galaktischen Sternhaufen. Sicherlich kein Methusalem wie NGC 188 oder gar die Kugelsternhaufen, deren Lebensalter ja auf 10 bis 12 Milliarden Jahre geschätzt wird. Dennoch kann man NGC 7789 zu den älteren Haufen zählen.

Entdeckt wurde der Sternhaufen im Jahr 1783 von Caroline Herschel, der Schwester von Wilhelm Herschel. Gute 225 Jahre später richtete ich an einem leicht wolkigem Septemberabend mein kleines Teleskop und sammelte gute 2 Stunden das Licht des fernen Sternenschimmers mit einem Refraktor 100/900 ED und der Atik 16HR LRGB Filter von Baader.

Auf besseres Wetter,
Christian Overhaus

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