Orionnebel vor Weihnachten

Hallo Sternfreunde,

ziemlich mild und windig war es am Samstag kurz vor dem vierten Advent. Nach dem es tagsüber noch ein etwas regnete, zeigte der Abend dann einige Wolkenlücken. Die größten Wolkenlücken nutzte ich, um die Kamera in Richtung des Orionnebels zu richten. Bei nicht so guten Bedingungen wurden einige Bilder mit verschiedenen Belichtungszeiten durch einen 4"-Refraktor mit 900mm Brennweite aufgenommen. Die Kamera, eine modifizierte Canon EOS-300D, nahm bei 800 ASA Aufnahmen mit 30 sekündiger bis 4 minütiger Belichtung auf, die später dann zu einer Kompositaufnahme zusammengefügt wurde. Das Zeitfenster von knapp einer Stunde und der gelegentliche Durchzug von Wolken erschwerte die Aufnahme des eindrucksvollen Nebels.

Orionnebel M42
Orionnebel M42, 4"-Refraktor, 900mm Brennweite, Komposit aus 30s bis 4m Aufnahmen, 800 ASA, Canon EOS-300D (mod.), Christian Overhaus

Schwierig ist die Bearbeitung des Bildes. Bei langer Belichtungszeit brennt das helle Zentrum des Nebels völlig aus. Die Kunst besteht darin nun die kurzbelicheten Aufnahmen so einzuarbeiten, dass es nicht auffällt. Professionelle CCD-Kameras besitzen eine größere Dynamik als Spiegelreflexkameras. Das bedeutet, sie haben einen größeren Farbumfang und können die Informationen des hellen Bereichs und der schwachen Randbereiche in einer Aufnahme speichern. Die geringere Dynamik der DSLR kann man durch die Kombination von Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungszeiten kompensieren. Es bedarf nur einer aufwändigeren Bildbearbeitung. Deshalb ist der Orionnebel, obwohl er schon nach kurzer Belichtungszeit ganz tolle Strukturen zeigt, immer eine Herausforderung für die Astrofotografen.

Auch wenn das Wetter zur Zeit wenig weihnachtlich ist, wünsche ich den Sternfreunden ein Frohes Fest und Sternreiche Stunden,
Christian Overhaus

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