Galaxien und Feuerräder (die Zweite)

Liebe Sternfreunde,

im Februar hatte ich unter obiger Überschrift einige Galaxien auf die Reise zu Euch geschickt. Angeregt wurde ich durch zwei alte Hefte von "Interstellarum" aus dem Jahr 1998. Dort war z.B. die Galaxie NGC4565 als CCD-Aufnahme mittels eines 14-Zoll SCT mit 2300mm Brennweite mit 4x300 Sekunden durch eine ST-8 Kamera belichtet worden.

Im April hatten wir ja noch einige klare Nächte. Der Löwe stand mit seinen Galaxien hoch am Himmel. Stenern, im Norden von Bocholt (Nähe Krankenhaus) hat wohl nicht den besten Himmel, aber dort habe ich auf dem Flachdach meinen 8-Zoll 800mm/f4 "Foto-Newton" von Bresser aufgebaut.

Collage
M82 (Irreguläre Galaxie), M51 (Whirlpool-Galaxie), M13 (Kugelsternhaufen), NGC4631 (Heringsgalaxie), NGC5907 (Galaxie), NGC4565 (Galaxie), NGC3901 (Galaxie), M101 (Feuerrad-Galaxie), M81 (Galaxie) und M64 (Blackeye-Galaxie), Ludger Kempkes

Noch immer etwas experimentell hatte ich am Okularstutzen das SW-Videomodul Watec Wat-120N montiert. Es reizte doch sehr, was ich wohl mit der heutigen Technik im Vergleich zu damals erreichen könnte. Wenn man nachschlägt, steht zu lesen, dass um 1950 mit einem 2-Meter Spiegel z.B. der Messier M101 noch 2 Stunden auf Filmmaterial belichtet wurde. Wir heutigen Sternfreunde können uns glücklich schätzen, dass uns jetzt solch leistungsstarke Technik zur Verfügung steht. Nicht zu vergessen, was der Computer und die Bildbearbeitung uns für Bilder ermöglicht.

Das Watec 120N-Video-Modul hat aufgrund der hohen Empfindlichkeit noch sehr viele "Hotpixel". Da wir ja einen so verregneten Sommer hatten, habe ich mir die Aufnahmen vom April noch einmal mit dem Deep-Sky-Stacker vorgenommen. Diesmal habe ich einige Dunkelbilder die zu ähnlicher Zeit gemacht wurden (nicht einmal zur gleichen Zeit) mit dem Programm in Abzug gebracht.

Ich war doch sehr angetan von der Leistungsfähigkeit und leichten Bedienbarkeit dieses Programmes. Eine Kontrastbearbeitung ließ sich jedoch mit Giotto einfacher bewerkstelligen. Das Endresultat der damaligen Bilder hat mich doch sehr überrascht. Ein viel ruhigerer Bildhintergrund, ohne die vielen Hotpixel. An den Bildern läßt sich sicherlich noch einiges kritisieren. Es gibt auch noch viel schönere Bilder (ich denke da an unsere Experten). Es waren bislang meine ersten Gehversuche auf der Milchstraße. Mit etwas mehr Einzelbildern und auch Dunkelbildern - das habe ich dabei besonders gelernt - wird sicherlich die Qualität noch etwas zu steigern sein. Es waren nur 4-10 Einzelbilder zur Addition vorhanden. Dennoch zeigt oben genannter Weg, dass man auch mit mäßigem Aufwand und der heutigen Technik schon mit kurzen Belichtungszeiten schnell zu einem "inneren Missionsfest" kommen kann. Gesehen und erlebt, auch sofort am Bildschirm direkt neben dem Teleskop. Nun denn, "der Weg ist das Ziel"!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen klaren Herbst.

Euer Sternfreund
Ludger Kempkes

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