Gedicht zum November-Vollmond

Hallo Sternfreunde,

am gestrigen 6. November 2014 erreichte der Erdbegleiter seine Vollmondstellung mathematisch genau um 23:23 Uhr und war zu 99,94% beleuchtet sichtbar. Genau 370.541km betrug der Abstand zum Erdtrabanten. Sein Scheibendurchmesser betrug 32,24 Bogenminuten und er stand 59° über dem südlichen Horizont. Nachdem die letzten Schauer abgezogen waren klarte es auf. Bei kühlen Temperaturen begab ich mich in den heimischen Garten, um den November-Vollmond im Bild abzulichten. Das beigefügte Bild entstand mit einer Canon EOS-40D an einem 100/900mm Refraktor.

November-Vollmond
November-Vollmond, 100/900mm Refraktor, Canon EOS-40D, 23:23 MEZ, 6. November 2014, Günther Strauch

Vor kurzem überreichte mir ein regelmäßiger Sternwarten-Besucher an einem unserer Beobachtungsabende einen Papierbogen. Mit einer Schreibmaschine hatte er sich die Mühe gemacht und ein Mond-Gedicht geschrieben und mir geschenkt. In der heutigen Zeit der digitalen Medien eine sehr nette Geste, über die ich mich sehr gefreut habe. Das Gedicht stammt von dem Schriftsteller, Schauspieler und Kabarettist Werner Finck und lautet wie folgt:

Der Mond über sich selbst (von Werner Finck)

Ich bin der Mond, auch Luna ist mein Name.
Am Tage halt ich mich versteckt.
Doch nächtlich mach ich Lichtreklame
Mit Viertel-, Halb- und Volleffekt.

Es wohnen mir zur Untermiete
Das Mondkalb und der Mondenmann.
Es regt der Anblick, den ich biete,
Das Menschenhirn phantastisch an.

Mir schrieben früher die Poeten
Die schönsten Verse auf den Leib.
Heut sendet man mir mit Raketen
Zum Mondenmann das Mondenweib.

Ganz ernst hat man mich nie genommen.
Das liegt an meinem Mondgesicht.
Doch jeder freut sich auf mein Kommen.
Mehr will ich "letzten Endes" nicht.

Sternfreundlicher Gruß,
Günther Strauch

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